Warndreieck mit einer stürzenden Strichfigur, deren Körper ein Darwinfisch ist

Piratenpartei Gießen · Karfreitag 2013

Einsam statt gemeinsam

Tanzen gegen das Tanzverbot

Archiv. Diese Kampagne ist seit 2013 vorbei. Die Seite hält fest, dass es sie gab, und verweist auf den Quellbestand. Sie ruft zu nichts auf.

Worum es ging

Zu Karfreitag 2013 warb die Piratenpartei Gießen unter diesem Namen für Protest gegen das Tanzverbot an stillen Feiertagen. Getanzt werden sollte trotzdem — nur eben nicht zusammen.

Darin steckt der Einfall, dem die Kampagne ihren Namen verdankt. Eine Versammlung ist, wo mehrere zusammenkommen; wer allein auf der Straße steht, veranstaltet keine. Der Aufruf bat deshalb ausdrücklich darum, nicht gemeinsam aufzutreten, sondern einzeln — einsam statt gemeinsam. Wer mitmachte, hatte einen ausgedruckten Zettel dabei: „Sicherheitshinweis: Ich bin alleine hier!“

Verabredet — im Rahmen des Möglichen — war der 29. März 2013 ab 18:30 Uhr vor dem Regierungspräsidium am Landgraf-Philipp-Platz in Gießen. Oder, wie es im Aufruf hieß, „im eigenen Garten, auf beliebigen Straßen“.

Im Wortlaut

Auch im Jahre 2013 des „Herrn“ rufen wir wieder zu Protesten gegen die Beschränkungen von elementaren Grundrechten wie der Meinungs-, der Lehr- und der Versammlungsfreiheit auf. Das diesjährige Motto lautet „Tanzen gegen das Tanzverbot – Einsam statt Gemeinsam“.

Startseite von einsam-statt-gemeinsam.de, März 2013

Aus Gründen rufen wir an Karfreitag auf, die Stimme gegen kirchlich motivierte Verbote zu erheben, um im eigenen Garten, auf beliebigen Straßen oder vielleicht ab 18:30 Uhr vor dem Regierungspräsidium, Landgraf-Philipp-Platz einzeln zu protestieren. Dabei rufen wir explizit NICHT dazu auf, dies gemeinsam mit anderen zu tun, sondern nur einzeln – oder eben „einsam statt gemeinsam“.

Ebenda, zum Aufruf für den Karfreitag

Der Zettel

Sicherheitshinweis:Ich bin alleine hier!

Ein Blatt zum Ausdrucken und Mitnehmen, damit unterwegs kein Zweifel aufkam, dass hier jemand für sich allein steht. Das Original von 2013 liegt weiter hier: sicherheitshinweis.pdf (96 KB).

Was sonst auf der Seite stand

Zwei Unterseiten. Unter Aktionen standen fünf Termine zwischen dem 28. und 31. März 2013 — ein gemeinsamer Kirchenaustritt beim Amtsgericht Frankfurt, Demonstrationen in Marburg und Stuttgart, eine Mahnwache in Frankfurt und ein Tanzflashmob am Ostersonntag auf dem Frankfurter Römerberg. Der Pressespiegel sammelte, was über den Protest geschrieben wurde: Spiegel Online, Welt Online, das Wall Street Journal, der Hessische Rundfunk, der niederländische NOS, Gießener Anzeiger und Gießener Zeitung.

Beide Seiten sind hier nicht nachgebaut. Ihre Verweise zeigten auf Veranstaltungen, Videos und Artikel, die es zum größten Teil nicht mehr gibt, und eine Liste, die ins Leere führt, ist kein Archiv. Im Original stehen sie im Quellbestand.

Das Quellarchiv

Alle Dateien der Seite von 2013 liegen öffentlich einsehbar bei GitHub — einem Dienst, auf dem Quelltext abgelegt und versioniert wird. Dort steht der Stand so, wie er damals ausgeliefert wurde, samt beider Unterseiten:

github.com/PiratenparteiGiessen/website_einsam_statt_gemeinsam

Seit August 2026 ist das Archiv dort auf „nur lesen“ gestellt.

Anmerkung, August 2026

Der Ton ist der von 2013 und bleibt es. Was die Kampagne gesagt hat, hat sie gesagt; ein Archiv, das nachträglich glättet, ist keins. Die Zitate oben stehen deshalb im Wortlaut, Großschreibung eingeschlossen — gesetzt sind allein die Anführungszeichen.

Das Tanzverbot gibt es weiterhin. Es steht in den Feiertagsgesetzen der Länder, und was an einem stillen Feiertag untersagt ist, unterscheidet sich von Land zu Land. Der Streit darüber ist älter als diese Kampagne, und er hat sie überdauert.